VEGAN BLOG – MEIN LEBEN ALS VEGANER

HI LEUTE, HIER IST AMY!

Ich bin seit Januar 2018 ein Teil der The Body Shop-Familie und nach zwei Jahren als Vegetarier habe ich mich im April entschieden, den Sprung zu wagen und mich komplett pflanzlich zu ernähren. Das Leben als Veganer ist, gelinde gesagt, anders. Ich werde oft gefragt, wie ich es hinkriege, was ich esse, in welchen Geschäften ich einkaufe usw. Vielleicht fragt Ihr auch, warum? Bin ich verrückt, Käse aufzugeben?! Daher werde ich Euch einen Einblick geben, was es bedeutet, Veganer zu sein. Viel Spaß!

7. MÄRZ 2019

BEI KATER UND IM URLAUB: WENN VEGANSEIN SCHWIERIG WIRD

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Am Anfang dachte ich, vegan zu leben wäre unmöglich. Ich habe mich sechs Monate lang auf den großen Schritt vorbereitet und als Ostern 2018 näher rückte, traf ich endlich die Entscheidung: Nach den Osterfeiertagen werde ich Veganer. Es gab verschiedene Gründe für das Timing: Ich wollte aus Höflichkeit Schokoladengeschenke von meiner Familie nicht ablehnen und um ehrlich zu sein, wollte ich auch nicht Nein sagen zu den Schoko-Eiern. Ostern sollte also mein Abschied vom Leben als Nicht-Veganer sein. Zunächst hat der 9. April (ja, ich kann mich noch an das genaue Datum erinnern …) mir Angst bereitet, doch als der Tag endlich kam, hat er überraschenderweise kein riesiges Loch in mein Leben gerissen. In den folgenden Wochen und Monaten wurde ich häufig gefragt, wie ich zurechtkomme. Denn die Umstellung muss meinem Umfeld wie mir am Anfang unmöglich erschienen sein. Am Ende fand ich die Umstellung weniger angsteinflößend, als man es mir weismachen wollte.

... Bis ich meinen ersten Kater erlebte.

Das Leben als Veganer bringt ein paar Nachteile mit sich, die sich mit der Zeit bemerkbar machen. Das Runterkommen nach einer Partynacht gehört leider dazu. Eine Pizza mit extra Käse ist keine Option mehr und was bleibt, sind langweilige, zähe Kohlenhydrate. Eine zufriedenstellende Mahlzeit sieht anders aus. Vielleicht spreche ich hier eine ganz bestimmte Zielgruppe an, aber als 23-jährige weiß ich, dass mit diesem Problem eine ganze Generation zu kämpfen hat: Gewisse Mahlzeiten sind bei Kater einfach nicht dasselbe.

Ein weiteres Problem, das ein pflanzlicher Lebensstil mit sich bringt, ist der Urlaub im Ausland. In vielen Teilen Europas sind wir an die vielfältige Auswahl an Lebensmitteln gewöhnt und nehmen sie oft als selbstverständlich. Besonders Veganern wird durch die Vielfalt das Leben leichter gemacht. Hat man sich an diesen Luxus gewöhnt, ist es schwer, sich vorzustellen, dass es in anderen Ländern anders aussehen kann. Daher ist etwas Planung im Vorfeld für Veganer besonders wichtig. Letztes Jahr in Portugal habe ich zwei Wochen lang ausschließlich Chips, Brot und Olivenöl gegessen und das wünsche ich niemandem. Auch Vegetarier können diese Erfahrung machen, denn in vielen Kulturen ist das Essen traditionell auf Fleisch ausgerichtet – doch wenn selbst veganes Eis nirgendwo zu finden ist, kann die Welt grausam erscheinen.

Dies sind bloß ein paar Situationen, in denen das Vegansein etwas unbequem wird. Generell ist das Leben als Veganer jedoch viel einfacher, als es vielleicht scheint, und im Großen und Ganzen machbar – oft sogar bereichernd.


17. JANUAR 2019

VEGANER WERDEN: WAS ICH GERNE VORHER GEWUSST HÄTTE

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1. Viele bekannte Marken bieten Produkte an, die „aus Versehen“ vegan sind

Vegan zu sein bedeutet nicht automatisch, nur essen zu können, was speziell für uns gemacht ist. Glaubt mir, die Erkenntnis, dass ich viele heiß geliebte Snacks nicht aufgeben muss, war ein unvergleichbares Gefühl. Mit einer schnellen Google-Suche werdet Ihr listenweise Produkte finden, die Ihr auch weiterhin essen könnt. Hurra!

2. Hafermilch ist wohl der beste Milchersatz auf dem Markt

Nach mehr als zwei Jahren ohne Kuhmilch kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich so ziemlich jeden Ersatz ausprobiert habe. Nach Soja, Cashew, Kokos und mehr habe ich meine Entscheidung getroffen. Hafermilch ist mein absoluter Liebling aufgrund ihres milden Geschmacks und ihrer Cremigkeit.

3. Alkohol ist oft nicht vegan …

Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich gemerkt habe, dass Wein, Bier und sogar Cocktails oft leider nicht vegan sind. Der Grund sind oft nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die Braumethoden und Destillationsverfahren. Mehr und mehr Hersteller haben angefangen, veganen Alkohol zu kennzeichnen. Um herauszufinden, ob Eure Lieblingsweine vegan sind, könnt Ihr sie auf der Webseite „Der Weinsnob“ suchen (und die Daumen drücken, dass Ihr sie findet).

4. Ihr müsst Eure Lederstiefel nicht wegschmeißen

Die Menschen in meiner Umgebung (auch Nicht-Veganer) lieben es anzudeuten, dass ich mich der Sache nicht ausreichend widme, weil ich noch Leder und Seide trage. Die Kleidungsstücke, um die es geht, besitze ich bereits seit vielen Jahren und einige davon habe ich in Secondhandläden gekauft. Meiner Meinung nach ist es verschwenderisch, Kleidung loszuwerden, die noch in Ordnung ist. Ich weiß, dass es vielleicht cool aussieht, aus Protest alle tierischen Produkte zu verbrennen und zum Anarchisten zu werden. Im Jahr 2019 ist es aber wirklich nicht notwendig, noch mehr Abfall zu produzieren. Solange Ihr Euch in Zukunft von der Industrie distanziert, könnt Ihr alles tragen, worin Ihr Euch wohlfühlt.

5. Vielfalt ist Euer neuer bester Freund

Um die Essenszeit fällt es vielen schwer zu entscheiden, was sie essen möchten. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, trifft dies besonders auf Veganer zu. Selbst, wenn es großartigen Fleischersatz und jede Menge Nudelgerichte für uns gibt, ist es wichtig, aufgeschlossen zu sein und Neues auszuprobieren. Veganismus kann ein aufregendes kulinarisches Erlebnis sein – Ihr müsst Euch bloß auf das Abenteuer einlassen



28. DEZEMBER 2018

VEGANE EINSTEIGER, KEINE SORGE!

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WAS AUF EUCH ZUKOMMT, WENN IHR EUCH DIESES JAHR VEGAN ERNÄHREN MÖCHTET


Es ist bereits Februar und Ihr habt Euch an Silvester vorgenommen, Veganer zu werden. Diese Entscheidung fiel Euch sicher nicht leicht, Ihr seid aber noch entschlossen. Trotzdem stellt Ihr Euch die Fragen: Wie soll ich für den Rest meines Lebens ohne Sonntagsbraten auskommen, besonders in der kalten Jahreszeit? Was kann ich essen, wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin? Wie soll ich bloß ohne Käse auskommen? Keine Sorge! Als erfahrener Veganer kann ich Euch die eine oder andere Weisheit vermitteln, um Euch auf die folgenden Monate vorzubereiten.

Ihr werdet Käse vermissen. Der Verzicht auf Käse war für mich besonders schwer – sogar schwerer, als auf Schokolade, Eiscreme und pochierte Eier zu verzichten. Die anfängliche Trauer lässt aber mit der Zeit nach und es ist wichtig, Euer Ziel im Auge zu behalten. Bereitet Euch seelisch auf die Umstellung vor, lasst Euch Zeit und verzichtet nach und nach auf mehr Produkte, anstatt alles auf einmal aufzugeben. So ist es auch wahrscheinlicher, dass Ihr Eure Ernährung langfristig umstellt.

Der folgende Rat ist sehr wichtig. Es geht um die Menschen in Eurem Umfeld. Ihr denkt vermutlich, dass Euch vegan zu ernähren eine Entscheidung ist, die Ihr für Euch selbst treffen müsst und die niemanden etwas angeht. Dann werdet Ihr wahrscheinlich von den Reaktionen Eurer Freunde und Familienmitglieder überrascht sein. Oft wird sich eingemischt, ohne viel über Veganismus zu wissen. Vegan ist ein Modewort und im Moment sehr im Trend und so hat jeder eine Meinung dazu.

Nehmt die Kommentare nicht ernst und lasst Euch nicht einschüchtern. Dieser Schritt ist und bleibt Eure Entscheidung und ist den Einsatz wert. Bereitet Euch darauf vor, wie Ihr das Thema im Gespräch angeht. Es ist kein Geheimnis, dass Veganer einen schlechten Ruf haben, weil sie ihre Ansichten gerne teilen. Dies ist auf einen leidenschaftlichen, wenn auch manchmal frustrierten Glauben an die Sache zurückzuführen. Im Sinne aller anderen Veganer ist es aber am besten, Eure Lebensentscheidungen weniger hitzig zu diskutieren. Lasst Euch auf Gespräche ein mit Menschen, die aufgeschlossener sind.

Denkt dran: Diese Entscheidung trefft Ihr für Euch selbst, ob Ihr Euch langfristig vegan ernähren oder den Lebensstil für eine Weile ausprobieren möchtet. Vorbereitung ist alles und ich bin sicher, dass vielen von Euch die oben genannten Ratschläge nach einer Weile als Pflanzenfresser bekannt vorkommen werden.

Viel Glück und bleibt stark!