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WIE MAN EINE DIGITALE AUSZEIT NIMMT

WARUM ES SICH AUSZAHLT, DIE BILDSCHIRMZEIT ZU REDUZIEREN

Wann konntest Du das letzte Mal so richtig abschalten? Das ist natürlich einfacher gesagt als getan, besonders, wenn die Technologie so viele geniale Dinge bietet. Mit einem Fingertippen haben wir die ganze Information der Welt bei der Hand. Wir können unsere Meinung in den sozialen Medien kundtun. Wir können uns unseren Liebsten näher fühlen, auch wenn wir nicht beisammen sind. Online und in Verbindung zu bleiben kann unser Leben wirklich bereichern. Aber wir können auch einiges daraus schöpfen, die Technologie auszuschalten und offline zu leben.[1] Vor allem ist es wichtig, Deinen Gedanken Raum zum Atmen zu lassen – eine digitale Auszeit zu nehmen.

Wenn Du all Deine Geräte weglegen möchtest (zumindest für eine kurze Zeit), kannst Du selbst entscheiden, wie Deine digitale Auszeit aussehen soll. Wir alle sollen verschiedenen Anforderungen gerecht werden. Es gibt daher keinen Standardansatz für alle. Wir helfen Dir aber mit Tipps und Achtsamkeitsmethoden dabei, herauszufinden, was für Dich funktioniert.

Lachende Frau

WARUM EINE DIGITALE AUSZEIT NEHMEN?

Es ist schwierig, sich ein Leben ohne Technologie vorzustellen. In Großbritannien zeigte eine Umfrage, dass 50% der Teenager das Gefühl haben, von ihrem Smartphone abhängig zu sein, während 78% angaben, dass sie ihre digitalen Geräte stündlich kontrollieren.[2] Eine weitere Studie von Nielsen brachte ans Licht, dass ein durchschnittlicher US-Bürger jeden Tag 11 Stunden damit verbringt, Beiträge in den Medien zu hören, zu sehen, zu lesen oder zu interagieren.[3] Während der Corona-Krise explodierte die Bildschirmzeit. Streaming nahm um mindestens 12% zu, die globale Nutzung des Internets um rund 50-70%.[4] Natürlich ist es verständlich, warum jegliche persönliche Interaktion plötzlich digital ist – Schule, Besprechungen, Quasseln mit Freunden, Feste und sogar Konzerte und virtuelle Bar-Spiele.

Wir schätzen, dass wir auf diese Weise große Entfernungen überbrücken können, um diese Momente zu teilen, aber natürlich fühlen sich viele von uns erschöpft vom schnellen Tempo der virtuellen Welt. Es gibt einige gute Gründe, um für einige Zeit abzuschalten und sich selbst wieder zu erden mit einem (etwas) langsameren Tempo im Leben.

Stress

Viele wollen online Deine Aufmerksamkeit. Wir arbeiten auf drei Reitern, während der Gruppenchat laufend „ping, ping, ping“ macht. Es ist schwer, sich ein Leben ohne alldem vorzustellen, aber Forschungen haben gezeigt, dass Technologie zu mehr Stress führen kann. Bei einer Studie fand man heraus, dass Menschen, die ihr Telefon häufiger nutzen, ängstlicher sind, wenn sie dieses nicht bei sich haben, verglichen mit Menschen, die weniger Zeit an diversen Geräten verbringen.[5] Wenn Stress zum Problem wird, haben wir einige Tipps für Dich, die Dir helfen, Dich zu entspannen und Deine Gedanken zu sammeln.

Schlaf

Wenn Du Schlafprobleme hast, überlege, ob Dein Schlafrhythmus durch längere Bildschirmzeiten gestört wird. Die Fakten deuten darauf hin, dass alle, die vor dem Schlafengehen noch digitale Geräte nutzen, schlechter oder weniger schlafen.[6] Es kann auch von großer Bedeutung sein, wo die Geräte genutzt werden. Einige Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von sozialen Medien im Bett und der Wahrscheinlichkeit, Angst, Schlaflosigkeit und verkürzten Schlaf zu erleben, nachgewiesen.[7]

Work-life balance

Wir lieben es, stets in Kontakt zu bleiben. Aber für viele von uns wird es dadurch schwieriger, Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Denn warum schickt meine Arbeitskollegin Susan um 8:23 eine E-Mail?! Wir strengen uns an und arbeiten zusätzlich noch zu Hause, da wir unser Bestes geben wollen. Sogar an Feiertagen sitzen wir am Pool und scrollen durch die sozialen Medien, neugierig, was alle zu Hause Gebliebenen gerade tun. Wenn die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit so schwammig wird, dass man die Freizeit nicht mehr genießen kann, kann eine digitale Auszeit helfen, um wieder ein Gleichgewicht zu erlangen.

SELBSTBILD

Wenn man Zeit in den sozialen Medien verbringt, vergleicht man häufig das eigene Leben mit dem der Freunde, Stars und sogar mit dem von völlig Fremden. Natürlich wissen wir in unserem Innersten, dass viele Leute nur die besten Bilder posten, aber die sozialen Medien promoten einen steten Vergleich mit anderen, der von Statistiken, Followern und Likes angetrieben wird und uns manchmal das Gefühl gibt, nicht zu genügen. Komm raus aus dieser Blase und denk dran, was für Dein eigenes Leben abseits von all den Vergleichen wichtig ist.

Fomo

Du hast wahrscheinlich schon von FOMO – Fear of missing out (dt. „Angst, etwas zu verpassen“) – gehört. Du denkst, Du erlebst einfach nicht dasselbe wie alle anderen. Ständig online zu sein, kann diese Angst verstärken. FOMO kann auch bedeuten, dass Du ständig das Gefühl hast, Deine Geräte kontrollieren zu müssen, da Du ansonsten eine wichtige Mitteilung, SMS oder einen wichtigen Post verpasst. Wenn diese Angst der Gegenwart im Weg steht, ist eine digitale Auszeit ein guter Weg, um dieses Muster zu verändern. Du kannst Dir eigene Grenzen setzen, ohne ganz von der digitalen Welt Abschied zu nehmen. Finde ein Gleichgewicht, das für Dich gut funktioniert.

WIE MAN EINE DIGITALE AUSZEIT NIMMT

Es muss für Dich funktionieren

Du musst die digitale Welt nicht völlig aufgeben. Du kannst Deine digitale Auszeit als Zeit definieren, in der Du Dich verstärkt auf Deine persönlichen Herausforderungen in Bezug auf die Bildschirmzeit konzentrierst und verstehen lernst, was Dir dabei helfen kann, diese zu meistern. Bei der Arbeit sind wir wahrscheinlich auf die Technologie angewiesen, aber um miteinander in Verbindung zu bleiben, kann man andere Wege finden, die dabei helfen, eine gesunde Beziehung zur Technologie aufzubauen.

Realistisch sein

Deine Auszeit wird ausschließlich von Dir definiert. Manche Leute können für eine gewisse Zeit komplett ohne Technologie leben, während andere Verpflichtungen haben, die bedeuten, dass sie zu gewissen Zeiten online sein müssen. Vielleicht funktioniert eine kurze Auszeit am Ende eines Arbeitstages. Mach das Laptop zu oder logge Dich einfach aus dem E-Mail und den sozialen Medien aus. Auch wenn es nur für einen Abend ist: Genieße die Zeit abseits von digitaler Ablenkung und Nachrichten, die auch bis morgen warten können.

Grenzen setzen

Wenn Du Dich von all den Mitteilungen überrannt fühlst, solltest Du für einen freieren Kopf Grenzen setzen in Bezug darauf, wann diese digitalen Verbindungen Dich stören dürfen und wann nicht. Lass Dein Telefon eventuell in einem anderen Raum oder stelle es auf Flugmodus, wenn Du Dich auf das Hier und Jetzt konzentrieren möchtest. Das könnte beispielsweise beim Essen, bei der Arbeit an einem Projekt, bei einem Hobby, bei einem entspannenden Bad, bei Zeit mit Liebsten oder einfach nur vor dem Schlafengehen sein.

10 TIPPS FÜR EINE DIGITALE AUSZEIT

  1. Sei achtsam in Bezug auf Deine Bildschirmzeit. Du kannst Dir Grenzen setzen, Erinnerungen einrichten oder sogar Monitoring-Apps installieren, um Dich zu unterbrechen.
  2. Lass Freunde und Familie wissen, dass Deine Antwort vielleicht später kommen kann, sodass sie Dich unterstützen können.
  3. Schalte alle Banner-Nachrichten, Pop-ups und Tonnachrichten Deiner Apps aus.
  4. Mach das Schlafzimmer zu einer technologiefreien Zone. Du könntest Dein Telefon über Nacht in einem anderen Raum lassen. Wenn Du zu einer gewissen Zeit aufstehen musst, kannst Du den Wecker am Handy einfach lauter stellen, damit Du es auch hörst, wenn es weiter weg ist, oder einfach einen normalen Wecker nutzen.
  5. Schalte den Flugmodus auf Deinem Telefon ein und schalte ihn nur aus, wenn Du es benutzen musst.
  6. Nimm Dein Telefon nicht mit ins Bad. Diese technologiefreie Zone sollte Dein persönlicher Wellnessbereich sein. Rege all Deine Sinne an und genieße ein langes Schaumbad oder verwöhne Dich mit Deiner Lieblingshautpflege.
  1. Wenn Du nicht ohne Telefon aus dem Haus gehen möchtest, kannst Du es trotzdem einfach weglegen, wenn Du Dich auf andere Dinge konzentrieren möchtest, beispielsweise in die Tasche, wenn Du essen gehst oder in den Spind im Fitnesscenter.
  2. Wenn Du zu Hause bist, kannst Du Dein Telefon an einen zentralen Platz legen. Anstatt es mit Dir rumzuschleppen, sollte es das Ziel sein, das Telefon nur an diesem Ort zu checken.
  3. Stelle Deinen Bildschirm auf schwarz-weiß. Auf einmal ist die Anziehungskraft des Internets viel geringer.
  4. Mach Frühjahrsputz in Deinen sozialen Medien. Denk daran, welche Posts sich gut anfühlen und welche nicht, wenn Du durch Deinen Feed scrollst. Wenn das, was Du siehst, Dein Selbstvertrauen schmälert oder Dich beunruhigt, kannst Du mit blockieren, stumm schalten und entfolgen reagieren.

SOZIALE-MEDIEN-DISTANZ MIT VENETIA LA MANNA

Die Aktivistin und Podcasterin Venetia La Manna hat einige Tipps in Bezug auf Soziale-Medien-Distanz geteilt, die ihrer eigenen Erfahrung mit digitalen Auszeiten entspringen. Von offline über das Wochenende bis hin zum Abschalten des Telefons eine Stunde vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen – entdecke realistische Ziele, die auch für Dich funktionieren können.

BLEIB IN DER GEGENWART

Der Zauber des Hier und Jetzt wird bei Erinnerungen klar, an die man so gern zurückdenkt. Lachen mit der besten Freundin, bis der Bauch weh tut, Picknick unter strahlend blauem Himmel, ein Glänzen in den Augen der Liebsten, eine kleine freundliche Geste. Manchmal lenkt uns der Bildschirm weg von all diesen kleinen Dingen der Freude. Aber nichts sollte der Gelegenheit, Erinnerungen mit unseren Liebsten zu kreieren, im Weg stehen – auch kein gutes Spruchbild. Naja, vielleicht ein wirklich lustiges ....kleiner Scherz. Es geht um die Balance. Wenn die Technologie aber wirklich Dein Wohlbefinden beeinträchtigt, solltest Du manchmal einfach abschalten und in der Gegenwart inneren Frieden finden.